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Kontaktdaten

Löwen-Apotheke Waldheim e. K.
Obermarkt 11
04736 Waldheim

Telefon: 034 32 7 / 93 11 6
Telefax: 034 32 7 / 54 21 8

E-Mail:
info[at]loewen-apotheke-waldheim.de

Unsere Historie

Vorläufer der ersten Waldheimer Apotheke

Bereits 1611 soll in der Schlosskirche eine apothekenähnliche Einrichtung bestanden haben. Die Kurfürstin Sophie von Sachsen ließ einen solchen Raum unter dem Dach der Kirche einrichten. Sie war bis 1622 Besitzerin des Schlosses, das ihr von ihrem Gemahl, Kurfürst Christian I. als Witwensitz zugewiesen worden war.

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts nahm die Anzahl der städtischen Apotheken trotz des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) immer mehr zu. In dieser Zeit gab es einen großen chemisch-technischen Fortschritt auf pharmazeutischem Gebiet. Durch die Vervollkommnung der Destillieranlagen wurde es möglich, Arzneidrogen besser aufzuschließen bzw. zu analysieren. Die Entdeckung des „Wundersalzes" Natriumsulfat, welches bis heute unter dem Begriff Glaubersalz arzneilich verwendet wird, geht auf diese Zeit zurück.

Im 17. Jahrhundert kann man die Anfänge der ersten fabrikmäßig hergestellten Arzneien und Spezialitäten finden. So ist beispielsweise bekannt, dass in Venedig zu dieser Zeit Theriak hergestellt wurde. Die Waldheimer Apothekenstube bestand vermutlich nur bis 1622, bis zum Tod der Kurfürstin Sophie. Danach verwahrloste das Schloss sehr. Die Apothekenstube wird seit 1642 nicht mehr erwähnt.

Die erste Waldheimer Apotheke

Die erste Apotheke in Waldheim wurde 1671 von Johann Christoph Grabner im Haus der Anna Maria Müller mit Genehmigung des Rates der Stadt eingerichtet. Allerdings besaß Grabner kein Privileg für die Apotheke. In den Akten der Waldheimer Stadtverwaltung befindet sich zwar ein solches, allerdings muss dessen Echtheit angezweifelt werden.

Später kaufte Grabner vom Pfarrer und Inspektor Magister Christian Hilscher für 340 Gulden ein Haus, in das er seine Apothekeneinrichtung verlegte. 1684 wurden Haus und Hof von einem Brand vernichtet. Nach diesem Brand muss Grabner eine Apotheke auf dem Niedermarkt eröffnet haben, denn er verkaufte die „Stadtapotheke" 1710 an seinen gleichnamigen Sohn. Dieser führte die Apotheke bis zu seinem Tod 1720.

Offenbar stand es mit der Stadtapotheke nicht zum Besten, denn sie musste zwangsversteigert werden. Sie kam in die Hände von Johann Jacob Döring, der sie zunächst weiterführte und 1722 für 750 Gulden verkaufte. Von Johann Jacob Döring ist bekannt, dass er vermutlich kein Apotheker war, sondern Kaufmann. Er gab selbst an, sechs Jahre in einer Apotheke gelernt zu haben.

Zur gleichen Zeit versuchte Johann Ernst Müller ein Apothekenprivileg für seine Heimatstadt zu bekommen. Er war der Sohn des Postmeisters und Vizebürgermeisters von Waldheim und konnte eine Ausbildung als Apotheker nachweisen, die er in Dresden, Wolmirstedt und Neustadt absolviert hatte. Es kam zu Streitigkeiten zwischen Döring und Müller, da zwei Apotheken zugleich existierten. Letztlich ging Johann Ernst Müller als Sieger hervor. Er durfte als alleiniger Apotheker am Ort bleiben, erhielt aber kein Privileg.

Die zweite Waldheimer Apotheke – Der Beginn der Müllerschen Dynastie

Johann Ernst Müller wurde am 09.10.1699 in Waldheim geboren. Er absolvierte von 1714 bis 1719 eine Lehre in Dresden und war danach in Wolmirstedt und Neustadt an der Orla tätig. Von 1722 bis 1746 war Johann Ernst Müller Besitzer der Apotheke in Waldheim und nebenbei auch als Vizepostmeister tätig. Im Februar 1722 richtete er auf dem Obermarkt 11, wo die Löwen-Apotheke heute noch ihren Standort hat, eine Apotheke ein.

Er verhandelte mit den ortsansässigen Krämern über das Sortiment an Waren, das diese weiterhin verkaufen durften. Dazu gehörten neben einigen Arzneipflanzen, die auch als Gewürze genutzt wurden, u.a. Quecksilber, Nägelein, Mäuse- und Fliegenpulver, Zucker, Sämereien, dragierte Kalmuswurzel und „allerlei Gezeug zum Tuchfärben". Einen wichtigen Apothekenartikel, abgezogenen Branntwein, durften die Krämer nicht mehr anbieten.

Der Name der Apotheke wechselte mehrmals, so hieß sie z. B. 1771 „Apotheke zum schwarzen Doppeladler".

Nach dem Tod Johann Ernst Müllers im Jahr 1746 übernahm seine Mutter die Apotheke. Zur damaligen Zeit war es möglich, dass ein Nichtpharmazeut Besitzrechte an einer Apotheke haben konnte. Es musste allerdings zur Führung ein Provisor eingesetzt werden. 1750 übernahm ein Verwandter Johann Ernst Müllers, Johann Adrian Müller, die Apotheke. Er ist am 19.10.1721 vermutlich in Penig als Sohn des Steuereinnehmers und Amtsschöffen geboren. Besitzer der Apotheke war er nur bis 1765, denn ab 01.03. dieses Jahres war seine Frau, Johanne Christiane Müller, geb. Mertz, als Besitzerin registriert. Johann Adrian Müller leitete die Apotheke bis 1786 und starb am 03.09.1792.

1786 übernahm der Sohn, Christian Friedrich Müller, die Apotheke und verwaltet sie für seine Mutter. Er wurde am 28.11.1750 in Waldheim geboren und hat bei seinem Vater eine fünfjährige Lehrzeit absolviert, bevor er erst 1811 als Apotheker examiniert wird. Ab dem 12.12.1800 war er der Besitzer der „Apotheke zum weißen Doppeladler", wie sie inzwischen hieß. 1806 wurde die Apotheke dann erneut in „Apotheke zum schwarzen Doppeladler" umbenannt, und ab Januar 1807 wurde sie als „Apotheke zum schwarzen doppelten Adler" bezeichnet.

Über Christian Friedrich Müller weiß man heute relativ viel. So wurde er in mehreren Fällen von Waldheimer Ärzten beim Rat der Stadt Waldheim wegen Anfertigung und Abgabe nicht ärztlich verordneter Arzneien und Kurpfuschertums belastet. 1808 soll er für ein Kind ein Schlafpulver ohne ärztliche Anweisung abgegeben haben. Das Kind sei nach der Einnahme 36 Stunden bewusstlos gewesen.

Im Juli 1815 verkaufte Christian Friedrich Müller die Apotheke für 4000 Reichstaler an seinen Neffen, den Apotheker Adrian Friedrich Müller. Durch einen verheerenden Großbrand wurden am 10. April 1831 viele Häuser auf dem Obermarkt vernichtet. Nach dem Wiederaufbau ließ Adrian Friedrich Müller über Tür seiner Offizin einen vergoldeten Löwen anbringen. Von diesem Zeitpunkt an führte die Apotheke den Namen „Löwen-Apotheke".

Kurz darauf starb Müller und hinterließ zwei halbwüchsige Söhne, die noch nicht in der Lage waren, die Apotheke zu übernehmen, so dass wechselnde Provisoren eingesetzt wurden.

Nachdem er seine Ausbildung beendet hatte, übernahm der älteste Sohn, Albin Theodor Robert Müller, die Apotheke. Albin Theodor Müller engagierte sich sehr in sozialer Hinsicht. So setzte er sich für die hiesige Sonntagsschule ein, die am 15. Oktober 1833 gegründet wurde.

Sein Sohn Robert war lungenkrank und somit nicht in der Lage, das Müllersche Erbe weiterzuführen.So verkaufte Albin Theodor Müller die Löwen-Apotheke 1867 an Hugo Wimmer und beendete damit die 145 Jahre dauernde Apothekerdynastie Müller in Waldheim.

Von Hugo Wimmer ist unter anderem bekannt, dass er sich der Kurpfuscherei verdächtig machte. Nachdem er zwanzig Jahre der Besitzer der Löwen-Apotheke war, verkaufte er die Offizin für 180.000 Mark an Carl Teller und verzog nach Leipzig.

Carl Teller, ein Apotheker, der zuvor in Leipzig beschäftigt war, übernahm die Leitung am 01. November 1888 und blieb der Besitzer der Löwen-Apotheke bis Februar 1893. Er verkaufte die Apotheke an den Apotheker und Chemiker Dr. phil. Paul Theodor Süß für 215.000 Mark. Offenbar warf die Apotheke in dieser Zeit nicht allzu viel Gewinn ab, denn Süß blieb nur etwa drei Jahre Besitzer und verzog nach Dresden, wo er sich von da an mit chemischen Untersuchungen und literarischen Arbeiten beschäftigte.

Am 01. Juni 1896 kaufte Rudolf Bernhard Wilhelm die Löwen-Apotheke für 220.000 Mark von Paul Theodor Süß. Er hatte fünf Jahre die Realschule in Leisnig besucht und danach in der Löwen-Apotheke in Werdau gelernt. Anschließend hatte Wilhelm zwei Jahre in Marburg (Lahn) studiert. In Waldheim war er auch gesellschaftlich aktiv, wovon seine Mitgliedschaft im Gesundheitsausschuss, im Kirchenvorstand und sein Vorsitz im Bau- und Finanzausschuss zeugen. Aus den verschiedenen Revisionsprotokollen dieser Zeit geht hervor, dass die Apotheke um die Jahrhundertwende in einem hervorragenden Zustand gewesen sein muss.

Am 01. Oktober 1946 übergab Rudolf Bernhard Wilhelm die Löwen-Apotheke an seinen Schwiegersohn Dr. Walter Friedrich Emil Jagnow. Sie blieb bis 1959 in seinem Besitz.

Am 04. Mai 1959 wurde die Löwen-Apotheke verstaatlicht. Zunächst blieb Dr. Jagnow noch für ein Jahr Leiter, bevor er nach Berlin verzog. Ab 01. Februar 1961 übernahm Herr Pharmazierat Rudolf Weiß die Apothekenleitung, die in dieser Zeit über mehrere Jahre rekonstruiert und umgestaltet wurde. Sie wurde durch die Gründung des pharmazeutischen Zentrums des Kreises Döbeln beträchtlich erweitert. Die Löwen-Apotheke Waldheim übernahm die Abteilung Herstellung für den Kreis. Das bedeutet, hier wurden alle Augentropfen, Zäpfchen und Infusionslösungen angefertigt. Außerdem war sie zentrale Ausbildungsstätte für Lehrlinge. Ab 1980 übernahm Frau Pharmazierätin Hoyer die Apothekenleitung.

Nach der politischen Wende in Deutschland wurde die Apotheke 1990 nach 41 Jahren reprivatisiert. Die Treuhand erteilte Herrn Pharmazierat Hans-Jochen Müller, nicht verwandt mit der vormaligen Apothekerdynastie, den Zuschlag für den Kauf. Da die Apotheke zunächst in den Räumen am Obermarkt 10 und 11 blieb, vollzog sich diese Umgestaltung zunächst nahezu unbemerkt. Durch das Inkrafttreten der Apothekenbetriebsordnung der BRD am 03. Oktober 1990 wurde ein grundlegender Umbau der Apothekenräume notwendig, damit die Apotheke wieder den geltenden Normen entsprach. In der Praxis war dies ein schwieriges Unterfangen, da sich die Räume auf zwei verschiedenen Grundstücken befanden. Hans-Jochen Müller entschied sich, die Apotheke komplett in die angestammten Räumlichkeiten am Obermarkt 11 zurückzuverlegen.

Danach begannen in Zusammenarbeit mit der Waldheimer Firma Rockhausen, die sich auf Apothekenausstattung spezialisiert hat, die Planungsarbeiten für die Umgestaltung. So wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass die noch vorhandenen Besonderheiten des alten Gebäudes, wie z. B. das Deckengewölbe, erhalten blieben. Im März 1992 starteten schließlich die Umbauarbeiten der Waldheimer Firma Janasek, die sich im weiteren Verlauf zum Teil sehr kompliziert gestalteten. Der Apothekenbetrieb ging derweil in den Räumen am Obermarkt 10 so normal wie möglich weiter.

Die neu eingerichteten Apothekenräume konnten am 16.08.1992 bezogen werden. Leider wurde ziemlich genau 10 Jahre später der geregelte Apothekenbetrieb von der Jahrhundertflut überrascht. In der Nacht vom 12.08. zum 13.08.2002 wurde die Stadt Waldheim und mit ihr die Apotheke am Obermarkt von der Zschopau überschwemmt. Die Apothekenräume standen ca. 80 cm unter Wasser. Durch die entstandenen Schäden musste die Apotheke eine Woche lang geschlossen bleiben. Unter Mithilfe der Mitarbeiter und vieler Freiwilliger wurden die Schäden schnell beseitigt. Im Anschluss kam auf Herrn Müller ein neuerlicher Umbau der Räumlichkeiten zu.

Am 01. Januar 2009 übergab Hans-Jochen Müller die Apotheke an Herrn Dr. Sebastian Michael.